Dienstag, der 29. Oktober 2013

Auftaktgespräch mit der niedersächsischen FDP-Fraktion

Fraktionsvorsitzender Christian Dürr zeigt großes Interesse an der Arbeit und den politischen Positionen des Landesverbandes der Unternehmerfrauen im Handwerk

„Unternehmerfrauen im Handwerk, die in ihren verschiedenen Positionen als Partnerinnen, als Übernehmerinnen oder auch als Gründerinnen, in der Führungsebene im Handwerk eine besondere Rolle spielen, verfügen über ein bundesweites Netzwerk“, betont Heidi Kluth am 22. Oktober bei der Vorstellung des niedersächsischen Landesverbandes in der FDP-Fraktion im niedersächsischen Landtag. „Mit 35 Arbeitskreisen und ca. 1.500 organisierten Unternehmerfrauen repräsentiert Niedersachsen im Bundesverband der Unternehmerfrauen den stärksten Landesverband. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft widmen den Frauen in Führungspositionen eine neue Aufmerksamkeit. Dieses gilt ganz besonders auch für den Wirtschaftsbereich Handwerk. „Frauen zu begeistern, sie zu qualifizieren und Mut zu machen, sich in den verschiedensten Bereichen zu engagieren, darin liegt“, so die Vorsitzende „eine der wesentlichen Aufgaben des Verbandes.“

 

Daneben werden aber auch viele andere Themen, wie Bürokratieabbau unter den Stichworten Vorfälligkeit der SV-Beiträge und Künstlersozialabgabe, die völlig unkalkulierbare Energiekostenentwicklung oder die nicht nachvollziehbaren Umsatzsteuerregelungen, speziell im Nahrungsmittelhandwerk, von den Frauen im Handwerk kritisch aufgegriffen. Auch die wiederholten Angriffe speziell der EU-Ebene auf die Handwerksordnung und die Meisterprüfung werden von den Unternehmerfrauen, mit Blick auf die Folgen der bereits in einigen Gewerken erkennbaren Dequalifizierung, mit größtem Unverständnis gesehen. Nach Einschätzung von Heidi Kluth macht sich die EU damit wenig verdient. Gerade in Zeiten, in denen die duale Ausbildung zeigt, was sie für die Krisenfestigkeit eines Landes bedeutet, sollte man sich verstärkt auch auf europäischer Ebene mit ihr befassen anstatt sie anzugreifen.

 

In vielen Punkten trafen die Unternehmerfrauen auf Zustimmung in der FDP-Fraktion. Mit Blick auf die Wertschätzung der beruflichen Bildung empfiehlt Christian Dürr verstärkt auf die Gleichstellung beruflicher und akademischer Abschlüsse auf europäischer Ebene zu setzen, um in anderen europäischen Ländern mehr Verständnis für die Leistungen der beruflichen Bildung in Deutschland zu erzeugen. Beim Thema Anpassung der Mütterrente für Frauen, die ihre Kinder vor 1992 geboren haben, wurden allerdings unterschiedliche Auffassungen deutlich. Christian Dürr zeigt dabei primär die Problematik der Finanzierbarkeit auf. Heidi Kluth verdeutlicht bei allem Verständnis für Haushaltsfragen das starke Ungerechtigkeitsempfinden auf Seiten der Frauen. Bei dieser speziellen Frage dürfe die Finanzierbarkeit nicht als Vorwand herangezogen werden, appelliert die Handwerksvertreterin an den Fraktionsvorsitzenden.