Freitag, der 19. Februar 2016

Willkommenskultur im Handwerk – Offenheit und gegenseitige Wertschätzung

24. landesweiter Verbandstag der UnternehmerFrauen im Handwerk in Wolfenbüttel

„Ohne Glück gibt es keine Rettung vor dem Unglück in dieser Welt“. Mit diesem Zitat begrüßt die Vor-sitzende Heidi Kluth, Vorsitzende des Landesverbandes der UnternehmerFrauen im Handwerk e.V., die Unternehmerfrauen und Ehrengäste anlässlich der Landesverbandstagung am 19.02.2016 im Schmidt Terminal in Wolfenbüttel. „Die massiven politischen Fehlentwicklungen, das Machstreben und der religiöse Fanatismus und das damit verbundene, menschliche Elend hat zu Flüchtlingsströmen geführt, die uns alle betroffen machen“, betont die oberste Handwerksvertreterin der Frauen im Hand-werk.

„Handwerk hat eine große Willkommenskultur für alle Menschen, die etwas wollen und vorankommen möchten, die sich einbringen und offen sind für unsere Kultur und Werte“, macht Kluth deutlich. „Speziell die Integration geflüchteter Frauen, für die eine Bleibeperspektive besteht, hat für die Unternehmerfrauen eine besondere Bedeutung. Ohne die berufliche Integration der Frauen gibt es keine gleichgestellte Teilhabe. Darauf müssen wir achten.“ Der Festredner Dr. phil. Thomas Felleckner, Abteilungsleiter der Meisterakademie Plus Lüneburg und gleichzeitig Historiker in der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, bestätigt dieses eindrucksvoll. Unter dem Titel „ Gelebte Willkommenskultur im Handwerk“ und macht er mit einem Blick in die Geschichte der Frauen im Handwerk deutlich, dass es auch in Deutschland eine gleichberechtigte Teilhabe für Frauen nicht immer gegeben hat. Das Potenzial und die Entwicklungsmöglichkeiten der geflüchteten Frauen – nicht zuletzt auch als Fachkräfte - lässt sich nur erschließen, wenn gezielt Hemmschwellen und Hürden für diese Frauen abgebaut werden.“ Claus Dreier, Handwerkspastor der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, verdeutlicht als zweiter Festredner sehr plakativ im Rahmen eines Perspektivwechsels, wie es den Menschen in Deutschland gehen würde, wenn sie aus Kriegsgründen in die Herkunftsländer der Menschen flüchten müssten, die bei uns Zuflucht suchen. Er appelliert, eine offene Willkommenskultur zu pflegen und die ankommenden Menschen zu integrieren!“ Der Weg in ein fremdes Land, in eine fremde Sprache und in die deutsche Gesellschaf ist alles andere als einfach!

„Gleiche und selbstbestimmte Entwicklungsmöglichkeiten für Frauen und Männer im Rahmen der Integration müssen gewährleistet sein!“. Dieser Punkt wird, so die Vorsitzende des Frauenverbandes, Berücksichtigung finden in den politischen Forderungen der Unternehmerfrauen im Handwerk für das Jahr 2016. Weitere wichtige Themen für die Unternehmerfrauen in diesem Forderungspapier sind der Abbau der Bürokratie z.B. mit Blick auf die „unselige“ Vorfälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge oder die anlasslosen Kontrollen im Nahrungsmittelhandwerk. Auch die neu geplante Tourismusabgabe als eine faktisch zweite Gewerbesteuer erzeugt bei den Frauen im Handwerk ganz erheblich Irrita-tionen. „Abgesehen von den erheblichen Mehrbelastungen in einer bis zu 4-stelligen Höhe für Bäckereien, Fleischereien, Friseuren oder auch Bau- und Kfz- Betrieben, schreckt auch der völlig unnötige Ermittlungsaufwand für die Umsätze getrennt nach bestimmten Gebieten sowie die Einhaltung der Meldepflichten. Eine Gewerbesteuer reicht!“ stellt die Handwerksvertreterin klar. „Bürokratie erstickt die Freude am Unternehmertum! Die Politik muss aktiv werden!“ fordert Kluth.