Freitag, der 22. Februar 2013

„Unternehmerfrauen loben und mahnen neue niedersächsische Landesregierung in Niedersachsen“

Koalitionsvereinbarungen zeigen Licht und Schatten

„Der Wirtschaftsbereich Handwerk wird an verschiedenen Stellen in der Koalitionsvereinbarung er-wähnt. Dieses zeigt eine insgesamt besondere Wahrnehmung für das Handwerk“, lobte Heidi Kluth, Landes- und Bundesvorsitzende der Unternehmerfrauen im Handwerk die neue Landesregierung in Hannover während der zweitägigen Landesverbandstagung der Unternehmerfrauen in Hann.Münden. „Mit dem inzwischen vorliegenden Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung werden einige zentra-le Weichenstellungen deutlich. So soll die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung des Handwerks gefördert und unterstützt werden und der Vorrang des dualen Systems im Rahmen der Berufsausbil-dung gelten. „Das sind gute Meldungen für unser ausbildungsstarkes Handwerk“, betonte Kluth. Auch die angekündigten Maßnahmen zur CO-2- Minimierung und Steigerung der Energieeffizienz stieß bei den Unternehmerfrauen auf Zustimmung. Mit einer gewissen Sorge sehen die Frauen in der Füh-rungsebene der niedersächsischen Handwerksunternehmen allerdings die Ankündigungen an der Steuerfront, d.h. die geplante Anhebung des Spitzensteuersatzes, die Wiedereinführung der Vermö-genssteuer, die Verschärfungen bei der Erbschaftssteuern oder auch die Reform und Anhebung von Grund- und Grunderwerbsteuer.

Gerade die Unternehmerfrauen, die häufig die kaufmännische Seite in den Handwerksbetrieben ver-antworten, unterstützen eine seriöse Haushaltsführung und die Rückführung der hohen Staatsschul-den. „Der Staat soll nicht mehr ausgeben als er einnimmt“, betonte die Spitzenvertreterin der Füh-rungsfrauen im Handwerk. Eine seriöse Haushaltpolitik ist eine generationenübergreifende Verantwor-tung, die auch für den Staat gelten muss. Gerade in Zeiten, in denen aber die Steuereinnahmen auf neuen Höchstständen sprudeln, ist es unverständlich, dass die Schuldenentwicklung nicht ohne mas-sive Ankündigungen von weiteren Steuererhöhungen in den Griff zu bekommen ist. „Steuergerechtig-keit beinhaltet nicht nur eine gerechte Verteilung der Steuerlasten, sondern gleichzeitig auch die Ver-pflichtung grundsätzlich Maß zu halten.“ 

Kluth muntert ihre Mitstreiterinnen auf, sich nicht nur in politischen Ämtern stärker zu engagieren, son-dern auch in der Handwerksorganisation die Interessenvertretung zu stärken und sich einzumischen. „Das Handwerk in Niedersachsen und auch in Deutschland insgesamt wäre heute nicht so stark auf-gestellt, wenn es nicht mit seinen Innungen, Kreishandwerkerschaften, Kammern und Verbände über eine schlagkräftige Interessenvertretung verfügen würde“, lobt Kluth. Hier müssen Frauen stärker sichtbar werden. In seinem Grußwort unterstützte Delfino Roman, Vizepräsident der Handwerksam-mer Hildesheim-Südniedersachsen dieses Anliegen und betonte, dass mit den Kreishandwerkerschaf-ten vor Ort bereits ein Dialog zur Stärkung des Frauenanteils in der Interessenvertretung aufgenom-men worden ist. „Es muss ein gemeinsames Ziel sein, das Interesse von Frauen, die über die ent-sprechenden Voraussetzungen verfügen, für die Aufgaben der Handwerksorganisation zu gewinnen“, betont Roman. Dafür stehe er gerne zur Verfügung.

Hann.Münden, 22. Februar 2013