Mittwoch, der 22. August 2018

UnternehmerFrauen im Handwerk zu Gast im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Berlin. Handwerkliche Betriebe prägen in großer Vielfalt die Wirtschaft der ländlichen Räume. Sie sichern die Versorgungstrukturen, eröffnen den Jugendlichen Bleibeperspektiven in Zukunftsberufen und tragen zu sozialer und wirtschaftlicher Stabilität bei.

 „Aus Sicht des Handwerks sind die ländlichen Räume keine Resträume, sondern Zukunftsräume mit großen Entwicklungsmöglichkeiten“, so Heidi Kluth, Bundesvorsitzende der UnternehmerFrauen im Handwerk (UFH). Sie hatte diese Diskussionsrunde zwischen Unternehmerinnen aus dem Handwerk und Vertretern des Ministeriums organisiert. Als Mitglied des Sachverständigenrates für Ländliche Entwicklung (SRLE) hatte sie die Anliegen der vielen auf dem Land angesiedelten Handwerksbetriebe als Expertin vertreten. 
 
Ländliche Infrastrukturen beeinflussen ganz wesentlich das ExistenzUmfeld vieler Handwerksbetriebe. Deshalb habe der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) im Rahmen der Internationalen Handwerksmesse 2018 erstmals eine eigene Fachtagung „Ländliche Räume in Deutschland“ abgehalten. Auch im Aktionsbündnis „Leben auf dem Land“ ist der ZDH Mitglied.
 
Ralf Wolkenhauer, seit rund 7 Jahren Leiter der Unterabteilung ‚Ländliche Räume‘ im BMEL, begrüßte die Unternehmerinnen.  Zusammen mit Ralph Brockhaus, Leiter des Referates ‚Koordinierungsstelle Ländliche Räume, interministerielle Koordinierung‘ stellte er die Zielsetzungen und Arbeitsbereiche des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft vor. Ländliche Räume haben andere Probleme als Metropolregionen, so Wolkenhauer. Ziel der Ministeriumsarbeit sei es, die Lebensqualität auf dem Land zu erhalten beziehungsweise zu verbessern. Jahrzehntelang habe sich die Politik auf die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Ballungsräume fokussiert. Zunehmend setze sich die Erkenntnis durch, dass die Stabilität der deutschen Wirtschaft im Wesentlichen auf den polyzentrischen Wirtschafts- und Lebensstrukturen beruht. Diese gilt es zu erhalten. 
 
In die ländliche Entwicklungspolitik fließen Themen wie ärztliche Versorgung, Breitbandausbau, ÖPNV, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten und vieles mehr ein. In einer Vorstellungsrunde zeigte sich, dass die von den Unternehmerinnen geschilderten Probleme sich mit den Erkenntnissen aus zahlreichen Bürgerdialogen decken, die in den letzten Jahren bundesweit geführt wurden. Diese sowie wesentliche Daten und Zahlen wurden grafisch aufbereitet und sind auf www.landatlas.de für jede Region abrufbar. 
 
Der Verband der UnternehmerFrauen im Handwerk (UFH) ist die bundesweite Vertretung aller Frauen in Führungspositionen des Handwerks. Rund 5.000 UFH sind in 14 Landesverbänden und über 150 regionalen Arbeitskreisen bundesweit vernetzt.