Donnerstag, der 10. Februar 2011

Frauen im Handwerk auf dem Vormarsch

Unternehmerfrauen im Handwerk in Führungsebene stark vertreten

„Unternehmerfrauen im Handwerk sind ein Erfolgsfaktor in der Betriebsführung im Handwerk“, betont Heidi Kluth, Vorsitzende des Landesverbandes der Unternehmerfrauen im Handwerk anlässlich der Landesverbandstagung im Steigenberger Hotel in Bad Pyrmont vor über 100 Unternehmerfrauen und Gästen. Mit dieser Erkenntnis sind die Unternehmerfrauen im Handwerk in Niedersachsen schon vor über 20 Jahren gestartet und haben sich in regionalen Arbeitskreisen zur Qualifizierung und zum Er-fahrungsaustausch  - bis heute nahezu flächendeckend -  in Niedersachsen organisiert. Dem Arbeits-kreis Bad Pyrmont gratuliert die Vorsitzende im Rahmen des Festaktes  zum 20-jährigen Arbeitskreis-jubiläum im Namen    der heute insgesamt ca. 1.500 organisierten - Unternehmerfrauen in Nieder-sachsen.

„Wir Unternehmerfrauen waren schon damals unserer Zeit voraus! Frauen im Handwerk sind seit län-gerem auf dem Vormarsch und die Männerwelt im Handwerk weiß sehr wohl, dass eine qualifizierte Doppelspitze, d.h. mit den Unternehmerfrauen in der Führung des Familienbetriebes, eine optimale Arbeitsteilung darstellt. Die Unternehmerfrauen im Handwerk sind wichtige Vorbilder, wenn sie als Führungskräfte wahrgenommen werden!“ Das Handwerk kann aus diesem Grund getrost auch weiter-hin auf Qualifizierung statt auf Quote setzen.

Die Perspektiven stimmen zudem optimistisch! Immer mehr Frauen stellen sich der Herausforderung der Meisterausbildung. Mehr als jede fünfte Meisterprüfung (20,1 %) wird inzwischen von einer Frau abgelegt. Zum Vergleich: 1991 lag der Frauenanteil bei den bestandenen Meisterprüfungen erst bei 

11 %. Auch die Zahl der weiblichen Betriebsinhaber im Handwerk kann sich sehen lassen. 24 % aller Existenzgründer sind weiblich!“

Wichtig aus der Sicht der Unternehmerfrauen sind aber neben dieser  großen Chance für die Betriebs-führung auch handwerksfreundliche Rahmenbedingungen. Unter dem Motto „Es genügt nicht, mit beiden Beinen im Leben zu stehen. Frau muss sie auch in Bewegung setzen!“ appelliert die Vorsit-zende  an die Unternehmerfrauen verstärkt auch bei den Aktivitäten der eigenen Interessenvertretung mitzumischen, sie zu unterstützen und sich ggf. einzubringen, d.h. bei den Innungen, Kreishandwer-kerschaften, Verbänden  und Handwerkskammern. Sie sind die Interessenvertretung und Fürspreche-rinnen für das Handwerk! Gerade ein kleinbetrieblich strukturierter Wirtschaftsbereich, wie das Hand-werk braucht eine starke Interessenvertretung! Für den einzelnen Kleinbetrieb stehen die Türen zur Politik nicht so weit offen wie für viele Konzernlenker!

Gleichzeitig sollten sich auch noch mehr Unternehmerfrauen für politische Ämter interessieren! Es ist wichtig, dass auf der politischen Seite Menschen stehen, die die Sprache und die Anliegen des Handwerks verstehen. Mit Blick auf die anstehende Kommunalwahl fordert sie ihre Mitstreiterinnen auf, sich wenn irgendwie möglich einzubringen. An die Adresse der Politik richtet sie die Aufforderung, vor Ort auch Unternehmerfrauen aus dem Handwerk  anzusprechen und zur Mitarbeit zu motivieren.